Tunneltrampling
Simplon
Einem Eisenbahntunnel genau über seiner Röhre entlang laufen.
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Region: Länge: Eisenbahnlinie: Südportal: Nordportal: Höchster Punkt: Datum des Tunneltramplings: Teilnehmer: Richtung: Erfolgsquote*: Aufstieg: Laufzeit: |
Walliser Alpen,
Schweiz-Italien 19’800 m Lausanne-Brig-Domodossola-Milano Iselle, 630 m.ü.M. Brig, 680 m.ü.M. Am Tunnelspitz 2750 m.ü.M. 12.08.2004,
13.08.2004, 28.08.2004 Simon Scherrer, Konrad Weber von Iselle nach Brig 87,3% 4330 m 26 Stunden |
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* Anteil der Tunnelstrecke, die mit weniger als 50 m Abweichung
von der Tunnellinie überschritten wurde. |
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Östliche Wasenalp mit der Tunnellinie von Italien kommend |
Der erste grosse
Alpentunnel, der einem Tunnel-trampling unterzogen
wurde, ist auch der längste Tunnel der Alpen überhaupt und der viertlängste
Eisenbahntunnel der Welt. Am 12. August 2004
starteten Simon Scherrer und Konrad Weber in Iselle beim Südportal. Wir erlaubten uns eine Toleranz
von 50 m auf beiden Seiten der Tunnellinie, damit schafften wir 87% der
Strecke zu überschreiten, die restlichen 13% waren neun Unterbrüche, die
durch den Umweg um Felsen oder Seen entstanden. Für die ersten 300 m
auf der italienischen Seite, führte uns ein treppenartiger Saumpfad hinauf,
der leider zum Teil mehr als 50 m von der Tunnellinie abwich; doch das
Gelände war so steil und felsig, dass wir keine Chance |
Vom Passo del Dosso zum Passo del Croso (die Felswand wurde selbstverständlicher- weise umgangen) |
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hatten, den ersten
Unterbruch zu vermeiden. Im Wald auf 820 m.ü.M.
konnten wir der Linie bis zum grossen Couloir folgen. Einen grossen Umweg
machten wir über Avale zum alten Saumpfad, der auf einer luftigen Steibrücke das Couloir überquerte und nachher sowieso der
Tunnellinie folgte. Oberhalb der Fahrstrasse nach Bugliaga
gab es aber wiederum kein Weiterkommen mehr für uns. Über Bugliaga
wanderten wir die Alpwiesen bis 1550 m.ü.M. hinauf
und trafen erst dort wieder auf die Tunnellinie. Durch hohes
Gras, Büsche und steilen Wald , später durch sehr
steile Weide stiegen wir gradlinig zum Passo del Dosso auf. Auf der anderen Seite hatten wir eine ziemlich
flache Alp als Fortsetzung. Auf 2040 m.ü.M. an der
Felswand vor dem Passo del Croso
erfolgte ein weiterer Unterbruch. Nach der immer noch sehr steilen aber
durchgehend begrasten Umgehung der Felswand nahmen wir den letzten Abschnitt
des ersten Tages in Angriff: Vom Passo del Croso bis zum Lago d’Avino ging
es lediglich ein sanftes Hochplateau hinab. Dadurch, dass der Stausee nicht
ganz gefüllt war, konnten wir noch 50 m mehr auf der Tunnellinie gehen. Nach
10 ½ Stunden Marschzeit wollten wir bei der Staumauer zelten, doch der
Kontrolleur der Staumauer lud uns in eine Baracke ein. Am nächsten Morgen
liefen wir den kurzen Abschnitt auf der anderen Seite des Sees ab, doch die
steile Flanke des Monte Leone gebot uns bald Einhalt. Nach deren Umgehung
trafen wir in einer steilen Schutthalde auf 2500 m.ü.M.
wieder auf die Tunnellinie. Für 300 m
konnte man noch etwas rückwärts in die Flanke eindringen, dann wurde
es aber zu gefährlich. Daher bewegten wir uns weiter in Richtung Brig. Das Felsband Gli Amonciei konnten wir innerhalb der Toleranz von 50 m
überqueren. Im Abstieg war der Schotterhang jedoch bedenklich steil und es
hatte dazu noch Nebel. Die Moränen des
Leone-Gletschers waren kein Problem, jene des Aurona-Gletschers
hingegen schon. Die inneren Flanken waren so bröckelig und steil, dass wir
gegen Osten bis an die 50 m von der Ideallinie abwichen. Nachher folgte der
Grat der Landesgrenze, dessen Felswand uns auf 2440 m.ü.M.
zum Unterbruch zwang. Über die Furggubäumlicke gelangten wir in die Schweiz und kämpften
uns noch von der Schweizer Seite her so hoch wie möglich, der Tunnellinie
folgend, zum Grenzgrat hinauf; dies war bis 2750 m.ü.M.
möglich. Im Abstieg mussten wir bei einem Felsausläufer des Wasenhorns noch
das letzte Mal die Tunnellinie verlassen. Nachher hatten wir einen steilen
aber offenen Abstieg auf die östliche Wasenalp. Weiter unten folgten Büsche
und steile Couloirs im Wald, die viel anstrengender waren. Im Bereich der
Simplon-Strasse wurde es viel einfacher. Wir mussten dafür sich fragende
Gesichtsausdrücke von den Bewohnern einiger Alphütten entgegen nehmen. Beim untersten Haus vor dem Ganterbach durften
wir unser Zelt aufstellen. An diesem Tag waren wir 12 ½ Stunden unterwegs
gewesen und hatten 8 km zurückgelegt. Am nächsten Morgen
regnete es, deshalb unterbrachen wir das Projekt und reisten nach Hause. Am 28. August kamen
wir zurück und setzten sie Tour am selben Ort fort. Zuerst galt es den
Ganterbach zu überqueren: Die Brücken lagen ausserhalb des Toleranzstreifens
und ein Sprung über das Wasser betrachteten wir als zu riskant. Da die
Tunnellinie den Bach nicht rechtwinklig kreuzt machten wir uns einen Trick
zunutze. Auf der linken Seite drangen wir auf der Tunnellinie in Richtung Brig bis zum Ufer vor, überquerten den Bach auf der
Brücke ausserhalb des Toleranzbereiches und kehrten auf der anderen Seite zum
Bach zurück, zu einer Stelle, die wieder den Toleranzabstand zum Tunnel
erfüllt, aber weiter von Brig entfernt liegt, als
vorher. So hatten wir die ganze Tunnelstrecke im Toleranzbereich abgedeckt.
Der Aufstieg zur alten Strasse war sehr steil und es hatte stachelige
Wachholderpflanzen. Auch oberhalb der Strasse musste man gut auf die
Aufstiegsmöglichkeiten achten. Die Alp Eist war uns eine Erholung, bevor die
bröckeligen aber trittsicheren Felsen im letzten Wald vor Rosswald durchquert
wurden. In Rosswald nahmen
wir die Luftseilbahn in Anspruch, die exakt auf der Tunnellinie verläuft. Bei
der Durchquerung des Dorfes Ried-Brig mussten wir
auf die Privatgärten und die Höhe des Grases auf den Wiesen achten. Kurz vor
dem Nordportal galt es eine steile Waldböschung hinabzusteigen,
durch die zum Glück ein alter Wanderweg führte, dem wir folgen konnten ohne
50 m Abweichung zu überschreiten. |
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